Abessinien

Der Gewürz-Laden hat sich auf Gewürze aus Abessinien – Eritrea und Äthiopien – spezialisiert. Eritrea grenzt im Nordwesten an Sudan, im Süden an Äthiopien, im Südosten an Dschibuti und im Nordosten an das Rote Meer. Der Landesname leitet sich von „Rotes Meer“ ab (griech. ᾿Ερυθραία Erythräa).


>> siehe Wikipedia-Eintrag zu Eritrea

Eritrea

Eritrea ist ein Land außergewöhnlicher Gegensätze, was die Landschaft, das Klima und die Kultur angeht.

Eritrea besitzt die unterschiedlichen Topographien und Klimazonen eines gesamten Kontinents. Innerhalb von zwei Stunden kann man in Eritrea drei verschiedene Klimazonen erleben. Die drei hauptgeographischen Zonen sind das östliche Hang-, das zentrale Hochland und das Tiefland im Westen. Jede dieser Zonen hat einen eigenen physischen und kulturellen Charakter.

DATEN & FAKTEN:

Klima: 4 Klimazonen:
Zentrales Hochland: 2.000-2.500 m üNN, gemäßigtes, mildes Klima, eine kurze (Frühjahr), eine längere Regenzeit (Sommer);
Küstenebene am Roten Meer einschl. Danakil-Wüste und Danakil-Senke: heiß, wenig Niederschläge;
Nördliches Hochland: 1.000-1.500 üNN, Steinwüste;
Westliches Tiefland: Norden wenig fruchtbar, Süden fruchtbare Wald- und Graslandschaft

Lage: Nördlich des Horns von Afrika
Nachbarländer: N und W: Sudan, S: Äthiopien, SO: Djibuti, O: Rotes Meer

Größe: 124.000 qkm einschließlich der Dahlak-Inseln

Hauptstadt: Asmara, etwa 500.000 Einwohner

Bevölkerung (Gesamtzahl) und ethnische Zusammensetzung: 4,9 Mio., zusätzlich mehr als 800.000 außerhalb Eritreas (Europa, USA, Sudan, Saudi-Arabien);
9 Ethnien: Tigrinya (ca. 50 %), Tigré (ca. 30 %), Saho (ca. 5 %), Afar (ca. 5 %), Hedareb (ca. 2,5 %), Bilen (ca. 2 %), Kunama (ca. 2 %), Nara (ca. 1,5 %), Rashaida (ca. 0,5 %)

Landessprachen: Amts- und Verkehrssprachen: Tigrinya, Arabisch und Englisch.

Religionen: ca. 50% der Bevölkerung sind Christen (überwiegend orthodox, aber auch römisch-katholisch und protestantisch) und 50% sunnitische Moslems.

Nationalfeiertag: 24. Mai (Unabhängigkeitstag)

KULTUR:

Das Land Eritrea ist sehr bemüht, seine kulturelle Vielfalt zu festigen. Die Bemühung der offiziellen Kulturpolitik ist es, Traditionen zu erhalten und eine Einheit mit kultureller Vielfalt anzustreben. Diese Aussage stellt keinen Widerspruch dar. Zum Beispiel sollen alle neun Sprachen der unterschiedlichen Ethnien gleichberechtigt sein und dies auch in Zukunft bleiben. In der Hauptstadt des Landes, in Asmara, leben Künstler, überwiegend Maler, die ihre Lebensweise auf sehr besondere Art zum Ausdruck bringen.

Asmara bietet eine sehr außergewöhnliche Architektur. Hier werden moderne Baustile mit denen der Vorgeschichte gemischt. Eine Initiative der Vereinigung von deutschen, äthiopischen und eritreischen Architekten präsentiert diese Baukultur auf Ausstellungen, um sie Interessenten aus aller Welt zugänglich zu machen.

KÜCHE

Die Küche Eritreas ist auf Grund der langen gemeinsamen Geschichte eng mit der Küche Äthiopiens verwandt. Die beiden Grundnahrungsmittel Eritreas sind Kitcha, ein sehr dünnes knuspriges Fladenbrot aus Weizen und Injera, ein luftiges, schwammartiges Fladenbrot, hergestellt aus Sauerteig und Teffmehl.
Ein typisches eritreisches Gericht ist Zigni, ein dicker Eintopf aus Tomaten, Fleisch oder Fisch und Gemüse, scharf gewürzt mit Berbere, einer feurigen Würzpaste aus Chilischoten und anderen Gewürzen. Eine weitere Spezialität der eritreischen Küche ist Tsebhi – ein Schmortopf aus Lamm- oder Rindfleisch, frischen Tomaten und scharfen Chilischoten. Auch Shiro, ein Mus aus Kichererbsen, ist sehr beliebt. Eine sehr große Bedeutung hat die Kaffee-Zeremonie, die jedes Mahl abschließt. Dafür werden die Kaffeebohnen frisch geröstet und der Kaffee den Gästen in einer speziellen Vorrichtung serviert.

GLOSSAR

Die wichtigsten Begriffe aus dem Kontext der abessinischen Küche finden Sie hier.

Awaze
Awaze ist eine rote Pfefferpaste (scharf), die mit anderen Gewürzen gemischt wird (Ingwer, Muskat, Zimt, Nelken). Sie wird zu Fleisch, Fisch und Brot gereicht.

Berbere
Berbere ist ein Grundgewürz – eine scharfe Gewürzmischung, die in der äthiopischen und eritreischen Küche beheimatet ist und dort eine wichtige Rolle spielt.

Berberemischung
Die Zubereitung der Mischung unterliegt keinem einheitlichen Rezept, wesentliche Bestandteile sind aber Chilipfeffer, Ingwer, Knoblauch, Gewürznelke, Koriandersaat, Piment, Ajowan sowie die getrockneten Früchte der Weinraute. Daneben finden sich auch außerhalb Äthiopiens kaum bekannte Zutaten, etwa die Früchte des Stangenpfeffers.

Ingera
Ingera (auch: Injera, Enjera, Injerra oder Injira) ist ein weiches gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl. Es wird traditionell in Äthiopien und Eritrea gegessen. Das Mehl wird mit Wasser zu einem Teig vermischt, der einige Tage gären muss. Dann werden daraus auf heißen Tonplatten Fladen gebacken. Injera wird gemeinsam mit anderen Speisen wie Fleischragout verzehrt. Man reißt Stücke vom Injera mit der rechten Hand ab und greift sich damit eine mundgerechte Portion des Ragouts. Injera ist somit Speise und Teller zugleich.

Mitmita
Mitmita ist ein rotes Pfeffergewürz mit Kardamon und Salz, das für gewöhnlich mit Kifo serviert wird.

Nitir Kibe
Nitir Kibe ist reines Butterfett (Ghee) mit vielen Gewürzen und Kräutern der äthiopischen Küche.

Teff
Teff ist eine Hirseart, also ein Getreide aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es ist eine einjährige krautige Pflanze. Sie wird auch Zwerghirse genannt. Teff ist ein sehr altes äthiopisches Kulturgetreide. Während Teff in anderen Ländern in Vergessenheit geriet, wird es in Äthiopien ununterbrochen bis heute angebaut und gehört dort zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Der Geschmack gilt als angenehm-nussig. Teff hat einen hohen Eisen- und Calciumgehalt. Es eignet sich wegen seiner Inhaltsstoffe vorzüglich als Vorbereitungsnahrung für Ausdauer-Sportler. Außerdem enthält Teff kein Gluten.

Weinraute (Ruta graveolens)

ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Rauten (Ruta) in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie zählt zu den Gewürzpflanzen und zu den pflanzlichen Heilmitteln.